AC-Kopplung
AC-Kopplung bedeutet im Speichercampus-Kontext: typisch bei bestehenden PV-Anlagen. Fachlich wird der Begriff häufig als Anbindung auf Wechselstromseite beschrieben.
Was bedeutet AC-Kopplung?
Bei der AC-Kopplung sind PV-Anlage und Speicher auf der Wechselstromseite verbunden: Der PV-Wechselrichter speist wie gewohnt ins Betriebsnetz, der Speicher lädt und entlädt über sein eigenes PCS. Beide Systeme bleiben elektrisch eigenständig und treffen sich am gemeinsamen AC-Bus.
Das macht die AC-Kopplung zum Standard für Nachrüstungen: Die Bestands-PV bleibt unangetastet, Garantie und Zählerkonzept unverändert. Der Preis ist ein Wirkungsgradverlust, weil PV-Strom auf dem Weg in die Batterie zweimal zusätzlich gewandelt wird.
Worauf es in der Praxis ankommt
- ideal bei bestehenden PV-Anlagen mit funktionierendem Wechselrichter
- Messkonzept: Das Speicher-EMS braucht einen Messpunkt am Netzanschluss
- Wandlungsverluste von grob 4-8 % im Ladepfad einkalkulieren
- kombinierbar mit DC-gekoppelten Erweiterungen am selben Speicher
Praxisbeispiel
Ein Betrieb mit fünf Jahre alter 99-kWp-Anlage ergänzt einen 215-kWh-Speicher AC-seitig. Kein Eingriff in die PV, zwei Tage Installationszeit — die Eigenverbrauchsquote steigt von 45 auf 78 %.
Speichercampus-Einordnung
Für Bestandsanlagen empfiehlt Speichercampus fast immer die AC-Kopplung; für Neubau und Erweiterung wird der DC-Pfad über den MPPT gegengerechnet.